Sie sind hier: Startseite » Programm gegen Angst

Schlafstörungen

Natürliche Hilfe bei Schlafstörungen

Ein gesunder Schlaf ist essentiell für die Psychohygiene, da durch veränderte Hirnaktivitäten Informationen verarbeitet und neue Energie geschöpft werden. Wird dieser regenerative Prozess jedoch durch Stress, medikamentöse Nebenwirkungen oder psychische Störungen wie depressive Phasen dauerhaft gestört, führt dies unweigerlich zu weiteren psychischen sowie körperlichen Beschwerden. Um solchen Schlafstörungen entgegenzuwirken, gibt es mehrere Möglichkeiten - von Entspannungsübungen über Schlafrituale bis hin zu medikamentöser Behandlung. Für viele Menschen, die bereits Medikamente einnehmen, ist Letzteres oft mit vielen Risiken verbunden. Um diese zu umgehen, gibt es auch pflanzliche Hilfsmittel, die natürliche Wirkstoffe enthalten und so auf gesündere Art und Weise gegen die Schlafstörungen helfen. Das Spektrum an pflanzlichen Schlafmitteln und ihren Wirkungen ist groß, und auch Vor- und Nachteile müssen bedacht werden.

Ein Selbsthilferatgeber mit konkreten Tipps und Hilfen sowohl für Betroffene, aber auch für Angehörige.


Pflanzliche Heilmittel besitzen den großen Nachteil, dass sie oft nur schwer zu dosieren sind. Jede einzelne Pflanze besitzt verschiedene Wirkstoffkonzentrationen, gemischt mit anderen Pflanzen lässt sich die konkrete Wirkstoffmenge also gar nicht mehr bestimmen. Auch müssen natürliche Heilmittel meist noch zubereitet werden, bis sie eingenommen werden können. Tees beispielsweise müssen vorher aufgebrüht werden und für eine bestimmte Zeit ziehen, bis sich alle Wirkstoffe im Teewasser lösen; ebenso müssen Konzentrate in Wasser aufgelöst werden. Wie bei anderen Medikamenten auch spricht nicht jede Person gleich auf die verschiedenen Wirkstoffe an, meist muss das passende Präparat also erst gefunden werden. Da pflanzliche Heilmittel nicht wie industriell hergestellte Medikamente konzentriert sind, kann sich ihre Wirkung meist erst verzögert entfalten, der Körper benötigt zudem länger, um sich auf die Heilmittel einzustellen. Hier liegt aber auch der große Vorteil, da der Körper nicht so stark belastet wird und auch Unverträglichkeitsreaktionen verminderter ausfallen. Zudem interagieren pflanzliche Arzneimittel nur sehr gering mit anderen Medikamenten und sind allgemein gut verträglich.

Die Klassiker unter den natürlichen Heilmitteln gegen Schlafstörungen sind Baldrian, Hopfen und Lavendel. Melisse, Lavendel und Hopfen wirken vor allem beruhigend, während Passionsblumenkraut eher die Schlafphasen an sich verlängert. Wolfstrappkraut hilft hingegen bei Unruhe und fehlender Einschlafbereitschaft. Baldrian verkürzt die Phase bis zum Einschlafen und kann unter Umständen die Tiefschlafphase verlängern. Bei Schlafstörungen, die durch eine depressive Verstimmung oder eine leichte oder vorübergehende Depression hervorgerufen werden, kann auch Johanniskraut helfen. Dieses behandelt jedoch weniger den Schlaf als vielmehr die Depression.

Bislang ist die Wirkung der meisten natürlichen Heilmittel noch stark umstritten, doch manchmal geht es nicht allein um die reinen Wirkstoffe. Ein Teeaufguss kann als Ritual ebenso beruhigend sein, dies wird zudem durch die aufsteigenden und wohlriechenden ätherischen Öle unterstützt.