Sportliche Betätigung

Mit einer der wichtigsten Dinge, um eine Angsterkrankung in bewältigen, ist die körperliche Betätigung. Die Erkrankung hat mit dazu geführt, dass Sie ihrem Körper nicht mehr vertrauen, Körperfunktionen und -reaktionen misstrauen und im Glauben sind, er sei nicht leistungsfähig und sie müssten ihn schonen.

Bewusst benutzt ich den Begriff körperliche Betätigung und nicht Sport, da Sie sicherlich, wie ein Großteil der Betroffenen, ihren Körper in der letzten Zeit geschont haben und nun langsam wieder mit Aktivität, Betätigung, Leistung beginnen sollten.

Ein Fitness-Center ist also am Anfang nicht notwendig, um sich wieder körperlich zu betätigen und ein neues Körpergefühl zurückzugewinnen.

Ideal geeignet ist ein Fahrrad-Heimtrainer, mit dem Sie täglich trainieren sollten. Besitzen Sie keinen solchen Fahrrad-Heimtrainer, schaffen Sie sich einen an. Bekannte Internet-Auktionshäuser bieten sehr günstige Modelle an, die völlig ausreichend sind. Der Vorteil ist, dass Sie unabhängig sind und keine Ausrede für ein entgangenes Training haben. Das Training findet auch bei Ihnen zuhause statt, in einer sicheren Umgebung.

Anfangs 20 Minuten bei moderater Leistung (~80 W). Es geht dabei weniger darum, sportliche Ziele zu erreichen, als vielmehr um die Regelmäßigkeit. Sollte der Heimtrainer einen Pulsmesser eingebaut haben, benutzen Sie diesen. Als Obergrenze sollten hier 120 Herzschläge pro Minute gelten.

Steigern Sie die Leistung nur wenig und denken immer daran, dass es nicht um irgendwelche selbstgesetzten sportlichen Ziele geht, sondern darum, dass Sie ein neues Gefühl für ihren Körper gewinnen. Nehmen Sie bewusst z.B. die Schweißproduktion wahr oder während des Trainings auch außer Atem kommen können.

Nach einer Zeit von ca. 2-3 Wochen und regelmäßigem Training, verringert sich auch Ihr Ruhepuls. Ihr Herz passt sich der neuen Mehrbelastung an, da Sie täglich trainieren.

Mit dieser neuen körperlichen Kraft und Fitness gewinnen Sie ein neues Körpergefühl und sie freuen sich auf das Training.

Vielleicht bemerken Sie sogar eine gewisse Fitness in anderen Bereichen, wenn Sie z.B. eine Treppe hochsteigen oder den Wegfall von morgendlichen Kreislaufproblemen.

Der Körper macht das völlig alleine, ohne Ihr bewusstes Zutun oder Steuerung!

Ist das nicht eine tolle Sache?

Ihr Trainingsplan sollte also anfangs 20 Minuten bei 80 Watt betragen und auf 30 Minuten bei 100 Watt gesteigert werden.

Berechnen Sie ihren Puls über die Formel: 180-Alter.

Für einen 40-jährigen also 140, für einen 30-jährigen 150 Schläge pro Minute.

Sinkt Ihr Puls unter diese Obergrenze, steigern Sie die Leistung des Heimtrainers entsprechend auf 120 oder 130 Watt. Sie sind dann bereits in einem guten Leistungsbereich!

Wenn Sie diese Leistung über 30 Minuten halten können, ist es an der Zeit, mit einem Mountainbike oder Rennrad die ersten Fahrten an der frischen Luft zu machen. Fahren Sie immer eine gleiche Strecke, da dabei eine Leistungskontrolle und auch -steigerung möglich ist.

Sie sind dann an einem Punkt angekommen, der Ihnen ein deutliches Mehr an Lebensqualität verschafft!

Sie achten nicht mehr auf alle möglichen Körperreaktionen, sondern sind körperbewusster und damit auch souveräner mit sich und Ihrem Körper.

Vielleicht stellen Sie auch fest, dass die Angstsymtpome und ggf. Panikattacken zurückgehen.

Bleiben Sie dabei! Die Angst dauerhaft los zu werden funktioniert nur, wenn Sie aktiv sind! Abgewartet haben Sie lange genug und die Krankheit hat Sie ebenfalls lange genug begleitet.

Denken Sie auch an andere Sportarten wie z.B. Walking, Jogging oder Schwimmen. Nach der o.g. Phase und mit dem neu gewonnen Körpergefühl, ist prinzipiell jede Sportart geeignet.

Sollten Sie, aus welchen Gründen auch immer, einen Zeitraum lang kein Sport haben machen können, fangen Sie einfach wieder an. Auch bei einer Trainingspause von 1-2 Wochen, ist der Körper schnell wieder am alten Leistungslimit.

Tipp:
Nutzen Sie das Arbeitsblatt zur körperlichen Aktivität [41 KB] um Ihr Training zu protokollieren.