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Kurzzeittherapie

Eine Kurzzeittherapie kann oft helfen, wenn die Störung noch nicht über Jahre hinweg besteht und der Betroffene vor der Störung resigniert hat.

Dabei ist die Unterbrechnung der negativen Denk- und Verhaltensmuster oft ausreichend, um den Betroffenen schnell und konrekt zu helfen.

Eine lang andauernde Störung oder Erkrankung braucht oft auch eine längere Zeit zur Behebung (Therapie), als eine kurzzeitige Krise oder Symptomatik. Die Therapie muss aber dabei dennoch nicht bis zur vollständigen Symptombeseitigung fortgeführt werden. Es reicht aus, dem Betroffenen zu unterstützen, die falschen Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen und zu durchbrechen.

Danach ergeben sich, durch die erfolgte Stabilisierung des Betroffenen, oftmals neue Ausgangspunkte für weiterführende Therapiemöglichkeiten oder auch Selbsthilfe.

Kurzzeittherapien versuchen beim Betroffenen schnelle positive Veränderungen einzuleiten, die die Hoffnung auf weitere Veränderungen stärken. Neue Sichtweisen eröffnen neue Verhaltensmöglichkeiten und führen so zu schnellen Einsichten beim Betroffenen ohne langwierige Aufarbeitung.

Bei einer Kurzzeittherapie ist die Neuorientierung auf bestimmte Ziele wichtiger, als die Aufarbeitung der möglichen Ursachen und Probleme.

Jeder Betroffene hat eigene Ressourcen, die es zu erkennen und zu nutzen gilt. Der Therapeut kann nur Hilfe und Unterstützung zur Erkennung dieser Ressourcen sein.

Psychische Störungen können nicht im Sinne einer organischen Krankheit (z.B. Bein- oder Armbruch) geheilt werden. Die Verdeutlichung und Fixierung auf die eigenen Ressourcen des Betroffenen, gibt Kraft und Energie für weitere eigenständige Veränderungen.

Zielvorstellung

Realistische Zielvorstellung und kleine nachvollziehbare Schritte sind Erfolgskriterien, die eine Kurzzeittherapie beschleunigen.

Wichtig für die Kurzzeittherapie ist die realistische Zielvorstellung, die auch wirklich im zeitlichen Rahmen erreicht werden kann. Es macht wenig Sinn, Therapieziele wie Selbstsicherheit, Durchsetzungsvermögen, Kontaktfähigkeit zu definieren. Solche Ziele sind sehr umfassend und es ist fast unmöglich für Betroffenen und Therapeut, Erfolge "sichtbar" und "erfassbar" zu machen. Die Gefahr könnte zu einer Unzufriedenheit des Betroffenen mit sich, mit dem Therapeuten oder der Therapiemethode führen und in Resignation enden, da keine Fortschritte sichtbar sind. Es sind daher überprüfbare und kleine Therapieschritte notwendig, die konkrete Verhaltensweisen und deren innere Einstellung des Betroffenen dazu sichbar machen. Diese sind schriftlich vor Therapiebeginn festzuhalten.

Besonders bei langjährig Betroffenen ist die Festlegung von möglichen Therapiezielen wichtig. Es ist die entscheidende Aufgabe, einen kleinen, aber entscheidenden Anfangserfolg zu erreichen. Nur so kann bei diesen Betroffenen die Umkehr der Resignation vor der Erkrankung schwinden.