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Generalisierte Angst

Die generalisierte Angst beschreibt die ständige Sorge, dass man selber oder Angehörigen etwas zustoßen könnte, man an einer schlimmen Krankheit erkrankt oder das ein Unglück passieren könnte.

Im Gegensatz zu den Phobien, bei denen ein genauer Auslöser benannt werden kann, ist die generalisierte Angst ungerichtet, unspezifisch und allgemein.

Typische Symptome einer generalisierten Angststörung sind:

  • Nervosität
  • Unruhe (keine Entspannung)
  • Muskelverspannungen
  • Konzentrationsprobleme
  • Herzrasen (Herzklopfen)
  • Schwindel (Schwankschwindel)
  • Kalte oder feuchte Hände
  • Übelkeit (Magenbeschwerden)
  • Magen-/Darm-Probleme
  • Atemnot (Druck auf der Brust)
  • Schluckbeschwerden (Kloß im Hals)
  • Schlafschwierigkeiten (Ein- oder Durchschlafprobleme)
  • Gefühle wie Ohnmacht oder Kontrollverlust

Die generalisierte Angststörung tritt oft schon relativ früh im Leben auf. Menschen die erst zu einem späteren Zeitpunkt erkranken, haben meist ein belastendes Lebensereignis wie den Verlust eines Angehörigen, des Arbeitsplatzes oder eine schwere Krankheit erlebt.

Ursachen

Die genauen Ursachen einer generalisierten Angststörung sind bislang nicht eindeutig definierbar.

Man geht davon aus, dass Betroffene grundsätzlich emotional empfindlicher sind, als andere Menschen. Die Resilienz ist weniger ausgeprägt und der Mensch kann sich z.B. bei belastenden Lebensumständen weniger gut in das Gleichgewicht regulieren. Das Leben erscheint Betroffenen oftmals gefährlicher als ihren Mitmenschen. Oft geht auch ein schwaches Selbstwertgefühl mit einer generalisierten Angststörung einher und sie fühlen sich zu schwach und hilflos, in der bedrohlichen Welt bestehen zu können.
Gründe dafür können in der Kindheit liegen, in der ggf. weniger Sicherheit von den Eltern vermittelt wurde. Betroffene berichten auch, dass schon ihre Eltern sich ständig Sorgen machten und eher das Schlimmste befürchteten.

Betroffene einer generalisierten Angst grübeln oft über endlose Gedankenketten, in denen einzelne Sorgen wie an einer Kette aneinandergereit sind. Besonders in ruhigen Zeiten, wie z.B. an Wochenenden, wenn keine Ablenkung durch Beruf oder Alltagsaufgaben bestehen, berichten Betroffene von ununterbrochener Sorge um sich, Familienmitgliedern, Arbeitsplatz oder zukünftige Ereignisse. Um nicht in Panik zu geraten, wird aber keine Sorge zu Ende gedacht, sondern es schiebt sich das nächste Sorgenthema in das gedankliche Blickfeld.

Therapie

Über eine kognitive Verhaltenstherapie kann die generalisierte Angst gut behandelt werden.

Selbsthilfe kann über die Einsicht des Betroffenen gewonnen werden, wie wahrscheinlich es ist, dass das Befürchtete wirklich eintritt. Es muss bewusst gemacht werden, dass fast ausschließlich die negativen Aspekte des Lebens wahrgenommen und erwartet werden. Betroffene müssen die Gedankenspirale verlassen und die Katastrophisierungsvorstellungen als unwahr begreifen.
Konfrontation heisst im Rahmen der Therapie der generalisierten Angst, die konkrete Sorge auch wirklich zu Ende zu denken und nicht, wie gewohnt, zur nächsten Sorge zu springen.

Unterstützend sind Entspannungstechniken wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung sehr hilfreich.

Spezielle Ratgeber für die generalisierte Angststörung: