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Burnout

Burnout bezeichnet einen Zustand der chronischen Erschöpfung mit je nach fortgeschrittenem Stadium, reduzierter körperlicher Leistungsfähigkeit.

Symptome

Symptome eines Burnouts sind: Unruhe, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Aggressivität, Gereiztheit, Selbstzweifel, Überempfindlichkeit, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Müdigkeit.

Gedanken wie keinen Sinn mehr in der Arbeit und im Leben sehen, sich ausgenützt fühlen, keine Kraft mehr zu haben, überfordert zu sein sind typische Anzeichen für einen drohenden Burnout.

Typisch ist auch ein sozialer Rückzug von Freunden, Bekannten, Kunden oder sonstigen Aktivitäten.

Bei einem beginnenden Burnout ist Entspannung kaum oder nicht mehr möglich. Selbst Wochenenden oder Urlaub helfen nicht mehr.

Ein Burnout kommt schleichend!

Betroffene haben den Eindruck, zu wenig Zeit für sich zu haben und immer am Ball bleiben zu müssen. Das Arbeitspensum wird gesteigert, worauf ggf. auch Erfolge resultieren, die aber trotzdem nicht mehr zu einer Zufriedenheit führen.

Es treten nach einiger Zeit die schleichend und immer mehr o.g. Symptome ein. Von Arbeitskollegen, Freunden, selbst vom eigenen Lebenspartner fühlt man sich nicht mehr verstanden. Hobbies werden zurückgestellt, Wochenenden mit Arbeit vollgepackt. Oft dient Alkohol als Mittel der Beruhigung, damit überhaupt noch abgeschaltet werden kann.

Besonders gefährdet sind Menschen, die sich in erster Linie über ihre Arbeit definieren und andere Werte, wie Freunde, Familie und Freizeitgestaltung als nebensächlich betrachten.

Die Entwicklung eines Burnout wird durch individuelle Faktoren begünstigt und verstärkt.

Perfektionismus
Perfektionisten sind Menschen mit sehr hohen Anforderungen an sich selbst und sind von Burnout gefährdet, da sie ständig nach Höchstleistungen in Beruf, Freizeit oder Hobby streben. Sie unterliegen ihren selbst gestellten Leistungszielen, welche u.a. auch an ihr Umfeld gestellt wird. Fehler dürfen nicht gemacht werden.

Fehlt die Anerkennung durch andere Menschen, suchen sie eher den Fehler bei sich, als bei anderen und strengen sich noch mehr an.

Ehrgeiz
Besonders gefährdet sind Menschen, die glauben, sie seien nicht gut genug für das, was gerade von ihnen gefordert wird. Das Selbstwertgefühl ist meist nicht sehr ausgeprägt bei ihnen und sie müssen sich ständig neu beweisen, dass sie gut genug sind. Daraus entsteht ein selbsterhaltender Kreislauf, da das Gefühl, dem sie hinterherlaufen, stetig neu genährt werden muss und so von einer Herausforderung zur anderen hetzen. Der Ehrgeiz führt zur ständigen Unruhe und zur Suche nach der nächsten Aufgabe, von der sie meinen, sie müsste als Herausforderung angesehen werden, um sich selber wieder erneut zu beweisen.

Helfersyndrom
Ähnlich wie beim Ehrgeiz, laufen Menschen mit einem Helfersyndrom ihrem Selbstwertgefühl hinterher und glauben, nur dadurch, dass sie für jeden da sind, sich wichtig und gebraucht zu fühlen. Besonders Menschen die im Gesundheitswesen arbeiten, sind vom Helfersyndrom betroffen. Sie überfordern sich, da sie ständig für andere da sind.

Nicht Nein-Sager
Menschen mit einem schwach ausgeprägten Selbstbewusstsein, haben Angst vor Konflikten oder Ablehnung und sind nicht in der Lage, anderen Menschen etwas abzuschlagen oder abzulehnen. Sie sind ebenfalls gefährdet einen Burnout zu erleiden, da sie sich schnell überfordert fühlen durch die Vielzahl an gestellten Aufgaben oder Verantwortungen. Sie streben nach Harmonie und danach, es anderen Menschen Recht machen zu wollen. Vergessen dabei aber, dass sie damit schnell über ihre eigenen Kräfte gehen.

Therapie

Es existiert keine Standard-Therapie für Burnout, da es auf das individuelle Umfeld des Betroffenen ankommt, welches aufgearbeitet, betrachtet und verändert werden muss.

Grundsätzlich ist die Erkennung und Vorbeugung das zentrale Hilfsmittel um keinen Burnout zu erleiden.

Tipp 1: Job

Versuchen Sie, Arbeiten in ihrem Job zu delegieren und widmen sich einem besseren Zeitmanagement. Wenn der persönliche Gedanke von Unersetzlichkeit aufkommt, ist das bereits der Beginn eines drohenden Burnouts.

In Ihrem Terminkalender geht es nicht um die Ausnutzung der letzten freien Minute!

Achten Sie auf bewusste Pausen und nutzen diese auch. Oft werden Pausen zu Gesprächen mit Kollegen oder über aktuelle Aufgaben genutzt. Machen Sie Schluss damit und nehmen sich Pausenzeit für körperliche Bewegung oder eine aktive Entspannungstechnik.

Schalten Sie unbedingt Ihr Handy während der Pause aus. Anrufer hinterlassen problemlos eine Nachricht auf der Mailbox.

Tipp 2: Alkoholpause

Beginnen Sie mit einer Alkoholauszeit von min. 6 Wochen. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Alkohol für einen deutlich schlechteren Schlaf, durch eine verkürzte Tiefschlafphase, sorgt. Die geistige und körperliche Leistung wird also eingeschränkt.

Tipp 3: Entspannungstechnik

Erlernen Sie eine Entspannungstechnik, die Sie auch aktiv am Arbeitsplatz oder im Büro durchführen können. Die progressive Muskelentspannung ist dafür bestens geeignet. Andere Techniken wie autogenes Training oder Meditation sind für den privaten Bereich zu Hause geeignet.

Tipp 4: Privatleben

Planen Sie bewusst Zeiten für Ihr Privatleben ein. Entweder mit dem eigenen Partner oder mit Freunden oder Bekannten. Allein das Vorhaben ist meist nicht ausreichend und verläuft sich spätestens nach einigen Wochen. Daher nehmen Sie den Terminkalender zur Hand und planen feste Abende für Ihren Partner ein.

Tipp 5: Körperliche Bewegung

Ein entscheidender Faktor bei der Bewältigung von Stress und Anspannung ist körperliche Bewegung. Der Körper muss aktiv unterstützt werden beim Abbau von Stresshormonen und kann so besser und schneller regulieren. Beginnen Sie mit zweimaligem Training mit min. 30 Minuten Walking, Fahrradfahren, Yoga, allerdings ohne eine Leistungsvorgabe!

Tipp 6: Pflege

Achten Sie auf ausreichenden Schlaf, bewusste Ernährung und Körperkontakt. Verzichten Sie auf das spätabendliche Fernsehprogramm und nehmen stattdessen ein Buch zur Hand. Achten Sie darauf, wenig Fast-Food zu essen und nehmen sich ausreichend Zeit für Ihr Essen. Körperkontakt beruhigt und über das größte Organ des Menschen werden viele Körperfunktionen wieder normalisiert. Eine wöchentliche Massage oder auch körperliche Berührung in der Partnerschaft erfüllt genau diese Funktion.

Einige weitere Selbsthilferatgeber zum Thema Burnout: