Sie sind hier: Startseite » Auflösung der Angst

Denkmodell der Angst

Nehmen Sie sich 10 Minuten Zeit und überdenken Sie Ihre Ängste. Suchen Sie sich dafür eine ungestörte Situation und Ort ohne Ablenkung.

Gehen Sie gedanklich in eine angstbesetzte Situation und denken Sie diese intensiv zu Ende...

Denken Sie intensiv an die aufkommenden Gefühle in dieser Situation!

  • Wie wird das Gefühl sein, wenn Sie im Supermarkt an der Kasse stehen?
  • Wie wird das Gefühl sein, wenn Sie in eine vollbesetzte Straßenbahn steigen?
  • Wie wird das Gefühl sein, wenn Sie im Auto sitzen und ein Stau auf der Autobahn entsteht?
  • Wie wird das Gefühl sein, einen Vortrag vor Arbeitskollegen zu halten?

Stellen Sie sich beliebige Situationen vor, in denen Sie Angst oder Panik bekommen könnten. Versuchen Sie intensivst in das Gefühl hineinzugehen. Bemerken Sie das unbehagliche Gefühl, dass Sie bereits bei der blossen Vorstellung der Situationen überkommt?

Lassen Sie das Gefühl zu, überdenken aber sofort die Gründe, der aus diesen Situationen entstehenden Ängste.

Suchen Sie Argumente, die Sie ursächlich für die Angst empfinden!

Diese könnten z.B. sein:

  • Ich habe Angst, ohnmächtig zu werden und keine Hilfe zu bekommen.
  • Ich habe Angst, einen Herzinfarkt im Bus zu bekommen und kein Arzt rettet mich.
  • Ich habe Angst, mich vor den Kollegen zu blamieren.

Beantworten Sie sich selber die Frage, woher die unguten und beklemmenden Gefühle kommen.

Suchen Sie sich eine der Situationen aus, z.B.:

"Sie stehen im Supermarkt in der Schlange der wartenden anderen Menschen und bekommen plötzlich Panik. Sie haben Angst, gleich Schwindel zu bekommen und umzufallen. Sie wollen nur noch schnell raus, bevor Sie Herzrasen und einen Infarkt bekommen."

Auf dem Höhepunkt dieser Vorstellung geben Sie sich realistische und ehrliche Antworten.

Ihre Antwort könnte so lauten:

"Ich bin in meinem ganzen Leben noch nie in einem Supermarkt umgefallen. Warum sollte ich also ohnmächtig werden und umfallen?

Mein Herz schlägt ein wenig schneller als sonst, weil ich aufgeregt bin, den Mantel anhabe und mir ein wenig warm ist. Diese Reaktion ist völlig normal, denn mein Körper ist aktiv.

Ich muss also gar nicht aus dem Supermarkt rauslaufen, denn was wäre draußen anders als drinnen?

Das ich mich in der Schlange an der Kasse nicht wohl fühle, sieht mir keiner der anderen Menschen an. Ich bleibe also in der Schlange, warte bis ich dran bin, bezahle und gehe mit meinen eingekauften Dingen aus dem Supermarkt."


Diese Denkübung führt dazu, dass die Argumente, die Sie in der Antwort gegeben haben, doch sehr glaubwürdig und vollkommen realistisch sind.

Machen Sie sich bewusst, dass die Bewertung der anfänglichen Situation im Supermarkt, Straßenbahn oder Vortrag falsch war!

Und nur wenn Sie die anfänglichen Befürchtungen weiterdenken in ihrem Kopf, hat die Angst und Panik eine Chance.

Wenn nicht, also wenn Sie diese Gedankenspirale verlassen und sich realistisch vor Augen führen, was wirklich in der Situation passieren kann, haben Sie eine Chance, in der Situation zu bleiben und keine Angst oder Panik aufkommen zu lassen.

Führen Sie dieses Gedankenspiel täglich mit unterschiedlichen Situationen durch.

Merke:
Der aktive Ausstieg, durch ein bewusstes Umdenken der Bewertung der Situation oder Symptome, aus der Angstspirale verhindert Angst- und Panikzustände!

Als praktische Hilfe für den Alltag, kann Ihnen ein Bewertungsbogen für angstbesetzte Situationen [43 KB] helfen, bei aufkommenden Katastrophisierungsgedanken oder Angst, sich wieder ins Gleichgewicht zu bringen.